INSIDE HORROR (BD Besprechung)

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Originaltitel: Why Horror?
Land / Jahr: Kanada 2014
Freigabe: Ab 16 Jahre
Regionalcode: B PAL
Laufzeit: 81:23 Minuten
Bild: 1,78:1 (1080/24p)
Ton: DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Englisch
Regie: Nicolas Kleiman, Rob Lindsay
Drehbuch: Nicolas Kleiman, Rob Lindsay
Darsteller: Tal Zimmermann, Chris Alexander, Joe Begos, Josh Bridge, John Carpenter, Rodrigo Gudiño, David Hackl, Junji Inagawa, Shinji Mikami, Tony Moore, Gary Pullin, George A. Romero, Eli Roth u.a.

Vertrieb: Tiberius Film

Extras: Trailer, Postkarte

HANDLUNG
Was steckt hinter dem Phänomen Horror? Was macht ihn so faszinierend? Horror-Fan und Journalist Tal Zimmermann macht sich auf die Suche nach der Anziehungskraft, die Horror auf so viele Menschen ausstrahlt. Er untersucht die wahren Hintergründe der weltweiten Horror-Fangemeinde, um zu verstehen, warum es uns so gefällt, uns zu ängstigen. Horror ist ein weltweites Phänomen, obwohl auch viele Horror-Fans missverstanden werden. Warum? Die erschreckenden, schlimmen Bilder in den Nachrichten verstören ihn ebenso wie den Nicht-Horror-Fan – während er aber gleichzeitig nach blutigen und gewaltsamen Bildern in Filmen, Comics und Spielen sucht. Wir begleiten Tal Zimmermann auf seiner Reise in eine dunkle und faszinierende Welt, auf der er die größten Horror-Ikonen persönlich zum Gespräch trifft.

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MEINUNG
Eine weitere Dokumentation über den Horrorfilm und seiner verschiedenen Subgenres, zumindestens angekratzt denn einmal mehr hat man es nicht geschafft, die „großen Überraschungswerke“ der vergangenen Jahre zu berücksichtigen und bleibt stattdessen in der Vergangenheit hängen…

Sicher, der gute Wille hinter INSIDE HORROR ist zu erkennen, Tal Zimmermann merkt und sieht man seine Leidenschaft zum Horror(film) an. Auch ist INSIDE HORROR in vielen Punkten recht informativ und dient als „Einstiegsdroge“ für Jünglinge, lässt allerdings alte Hasen kalt denn, bis auf eben einigen Punkten, hat die Dokumentation nicht viel zu bieten. Garniert hat man das dokumentarische Werk mit Szenen aus Klassikern und einigen, wenigen, neuen Perlen. Es ist zwar schön das ewige Streiter des Genres, wie Romero Roth oder Carpenter zu Wort kommen, doch fehlen andere Überzeugungstäter wie beispielsweise Raimi oder Argento, Laugier, Six oder Alvarez. Wo wir dann auch schon zum größten Kritikpunkt kommen und das ist der, das man fast komplett darauf versichtet hat, seinen Blick über den Kontinent zu richten. Richtig, die Überraschungsschocker der jüngsten Vergangenheit werden hier leider außenvor gelassen und man reduziert seine Arbeit fast ausschließlich auf amerikanische Produktionen. Gut, es werden einige alte Klassiker erwähnt, TEXAS CHAINSAW MASSACRE, DAWN OF THE DEAD usw., nur muss man da doch mittlerweile mal ehrlich zu sich selbst sein, das Rad hat sich weiter gedreht und es sind neue Generationen entstanden. In jüngster Vergangenheit haben gerade Werke aus Europa für Aufsehen, Aufregung und Schrecken gesorgt. Werke die, gerade weil es einfach Fakt ist, eine neue Generation Horror repräsentieren. Ich habe vollsten Respekt vor den alten Hasen und bewundere natürlich noch heute und auch weiterhin die Klassiker der vergangenen, wunderbaren Jahre des Horrorfilms. Allerdings hat man diesen Perlen schon genug dokumentarische Tribut gezollt und die Zeit dreht sich weiter.

Heute repräsentieren Subgenres wie Torture Porn, Rape and Revenge, Supernatural-Slasher und Co., das Horrorgenre, je härter desto besser. Was aber nicht gleich bedeutet, das diese Werke auch besser im Sinne von „besser“ sind. Wir haben es nur mit einen neue Grad des Bedürfnisses im Horrorfilm zutun. Wenn diese nicht gerade Interesse an der Materie haben, gewinnt man einen Neuling mit einen Klassiker wie BLUTGERICHT IN TEXAS (TEXAS CHAINSAW MASSACRE) oder Carpenters HALLOWEEN, nicht einmal mehr ein Gesichtszucken ab. Heute will man sehen, wie Sarah Buttler in I SPIT ON YOUR GRAVE ihre Peiniger quält, wie Jane Levy in EVIL DEAD (Remake) das pure Grauen ertragen muss oder wie Jigsaw seine Opfer in SAW auf immer sadistischere Weise, unzähligen Prüfungen unterzieht. Das ist der Horrorfilm der Gegenwart und dieser wird bei INSIDE HORROR gänzlich vernachlässigt.

Schade, das Konzept hinter INSIDE HORROR hätte das Potential etwas besseres zu sein. Leider hat man es nicht ausgenutzt. Das Dunkelkino Magazin ist mit den alten Tagen des Horrorfilms vertraut, ist man schließlich mit diesen gewachsen und entsprechend fühlt man sich auch damit verbunden. So haben wir zwei Sichtweisen zu INSIDE HORROR, die eine Weise ist das vertraute Bild der Klassiker, die Andere spiegelt die Gegenwart wieder und diese sieht anders aus, es hat sich einfach viel getan in den vergangen Jahren. Faktisch bleibt nur noch zu schreiben, das mit INSIDE HORROR eine Dokumentation für eingefleischte Genrefans in den Regalen steht. Für Neulinge vielleicht interessant, sofern man man an der gesamten Materie etwaiges Interesse zeigt. Anderfalls wird es junge Leute wohl eher langweilen. Entscheidet selbst!

Updated: 9. Oktober 2016 — 17:44

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