31 (Filmbesprechung)

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Deutscher Kinostart: 27. Oktober 2016
Originaltitel: 31
Produktionsland: USA 2016
Laufzeit: 102 Minuten
Freigabe:
Regie: Rob Zombie
Drehbuch: Rob Zombie
Darsteller: Sheri Moon Zombie, Meg Foster, Lawrence Hilton-Jacobs, Jeff Daniel Phillips, Kevin Jackson, Malcom McDowell, Jane Carr, Judy Geeson, Richard Barke u.a.

HANDLUNG
1976: In der Nacht vor Halloween werden fünf abgebrannte Jahrmarkts-Mitarbeiter von einer  Bande  sadistischer  und  spielsüchtiger  Hinterwäldler  entführt  und  zu  einem mysteriösen,  schrecklichen  Ort  gebracht:  der  „Murder  World“. Dort  haben  sie  12 Stunden  Zeit,  ein  mörderisches  Spiel  namens  „31“  zu  überleben.  Eine  Gruppe  von Psychopathen – alle  als  Clowns  maskiert – wird  auf  sie  gehetzt  und  hat  nur  eine Aufgabe:  die  fünf  Gefangenen  zu  töten.  Das  Spiel  kennt  keine  Regeln,  was  zählt, ist der  pure  tierische  Überlebensinstinkt.  Wer  bis  um  Punkt  Mitternacht  überlebt,  ist  frei. Das ist 31. Lasset das Spiel beginnen!

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MEINUNG
Keine Frage, mit „31“ kommt nun bald einer der meist diskutiertesten und sehnlichst erwartetsten Film in die deutschen Kinos. Der achte Regiestreich von Rob Zombie hat bereit im Vorfeld für reichlich Gesprächsstoff und Aufregung gesorgt, positiv wie auch negativ. Die Realisierung hat sich hingezogen, immer wieder gab es Probleme. Der eigentlich Verleiher sprang ab und der Vertrieb kam zum erliegen. Nachdem dieses Problem gelöst wurde, da musste man auch schon eine weitere, nicht gerade unwichtige Hürde meistern… die MPAA gab „31“ kein grünes Licht für die ursprüngliche, ungeschnittene Fassung und entsprechend dessen musste Zombie die Schere ansetzen, ganz zum Leidwesen seiner Fans. Dieser Umstand machte auch über den großen Teich auf sich aufmerksam und die heimische Fanbase wurde mit der bitteren Wahrheit konfrontiert, entsprechend düster sollte es auch für uns in Deutschland ausschauen. Nun, nach einer gefühlten Ewigkeit, lässt Tiberius Film den neuesten Streich von Rob Zombie in den deutschen Kinos anlaufen…

Nach all dem ganzen Trubel und mehr, waren wir natürlich enorm gespannt auf „31“, die Werke von Rob Zombie fanden bisher eigentlich immer guten Anklang bei uns. Mal mehr, mal weniger, wie bei allen Werken von kontroversen Filmschaffenden. Das man bei „31“ mit Zombies „brutalsten Film“ geworben hat(te), spitzte die Sache natürlich noch etwas zu und entsprechend hoch war die Vorfreude auf das Bevorstehende. Vertraute Handschrift und doch immer wieder auf ein neues begeisternd, so kann man das erlebte Schandwerk kurz und31usplakatknapp bezeichnen. Aber ganz ruhig, zurück auf Anfang. Irgendwo im Nirgendwo wird eine Gruppe von Freunde auf heimtückische Weise von sadistischen Typen entführt und zum Teil abgeschlachtet. Die restlichen Überlebenden finden sich in einer finsteren Lagereinrichtung wieder, dort werden sie binne weniger Minuten mit ihren ungewollten Aufenthalt vertraut gemacht und als ungewollte Spieler in einem sadistischen Katz und Maus Spiel eingesetzt – 31 nennen die Funktionäre das perverse Spielchen. Das einzige Ziel für den verängstigten Haufen ist nur noch einer: überleben, egal um welchen Preis. Gejagt von einer Horde Perverser und Sadisten, ertragen die Freunde so einiges und dennoch, es wartet noch etwas auf die Gruppe, ein Irrer ohne Grenzen, durchtrieben von Hass, ohne jeglichen Skrupel und krank. Ein Alptraum ohne Entkommen, schafft es die Gruppe zu überleben, kommen sie mit den Leben davon. Doch die Chancen sinken von Minute zu Minute.

Damit hätten wir auch die Handlung von „31“, im Grunde nichts wirklich neues oder unbekanntes. Dennoch, Rob Zombie versteht sein Handwerk und liefert uns wunderbares Terrorkino par excellence ab. Ein bitterböser Survival-Horror mit unglaublich viel schwarzen Humor, schön politisch unkorrekt. Das ganze erinnerte stellenweise an RUNNING MAN mit Arnold Schwarzenegger, die Protagonisten betreten eine Location und werden mit einen neuen Sadisten konfrontiert. Zombie ist eben (noch immer) ein Kenner und Könner, dies sieht man auch an der Gestaltung des Films. Finster, unheimlich und abartig, so lässt sich das „Drum herum“ wunderbar beschreiben. Dazu kommen die Sadisten und wer da glaubt, es würde typisch zur Sache gehen der wird gleich zu Anfang, sobald das Spiel begonnen hat, eines besseren belehrt. Die Sprachmoral bleibt von der ersten Minute an auf der Strecke, der Film ist eben alles andere als sauber und konfrom. Es wird geflucht und der Sprachgebrauch mit ordentlich sexistischer Kernthematik ist Dauergast. Herr Zombie, bitte 5,00 $ ins Pathos-Schweinchen für die Ergüsse.

Was leider ersichtlich ist, ist der Zustand der gezeigten Gewaltszenen, der Film musste leider schon vorab ordentlich Federn lassen und so ist es einigen Einstellung schon anzusehen das dort etwas fehlt. Schade, man kann nur hoffen das wir irgendwann in den Genuss einer Director´s Cut Fassung kommen werden. Die vorgeführte Fassung entspricht zwar der internationalen, ungeschnittenen Fassung, leider aber nicht nach den Wünschen und Vorstellungen von Rob Zombie. Klar, der Film hat dennoch seinen Härtegrad und weißt einige blutige Szenen auf, völlig befreit von Gewalt ist der Film natürlich nicht. Einmal mehr präsentiert uns Zombie ein wunderbares Cast mit einigen Kultdarstellern der alten Schule, von der Standardbesetzung seiner Frau, Sheri Moon Zombie, mal abgesehen. Ich möchte nicht zuviel verraten, aber ich haben einen neuen Favoriten unter den Sadisten. Wenn Ihr den Film gesehen habt, dann werdet Ihr wissen wen ich meine.

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Nach HAUS DER 1000 LEICHEN und THE DEVILS REJECT sichert sich Tiberius Film erneut die gelungene Arbeit von Rob Zombie. Der Verleiher lässt den Film ab 27. Oktober 2016 in den deutschen Kinos anlaufen, ob es sich dabei um die selbe Fassung handeln wird oder nicht, das ist an dieser Stelle noch nicht bekannt. Eine 18er Freigabe ist beantragt. Ich bin zumindest positiver Dinge das Tiberius Film am Ball bleibt und den Film entsprechend vermarkten wird, lassen wir uns überraschen. Bleibt letztlich nur noch zu schreiben, das Rob Zombie es noch immer kann. Mit „31“ reiht sich ein weiteres, gelungenes und brutales Werk in die Erfolgsreihe ein. Wer Bock auf sadistisches Terrorkino hat, mal wieder Lust auf gelungenen Survival-Horror hat, dem sei „31“ empfohlen. Die Zombie Fans werden den Film so oder so schauen, also von daher. Jetzt heißt es nur noch hoffen und die Daumen drücken, das wir nachträglich noch in den Genuss eines Director´s Cut kommen werden und dieses nicht in ein trauriges, unrealisiertes Vorhaben wie bei HAUS DER 1000 LEICHEN verkommt und in Vergessenheit gerrät!

Updated: 17. September 2016 — 22:56

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